Fahrgast verschaukeln oder wie beim VVS aus einer Kurzstrecke ein 2-Zonen-Ticket wird

In Bad Cannstatt habe ich gestern entdeckt, wie die Bahn bzw. der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) ganz easy
eine Fahrpreiserhöhung um 216 Prozent hinbekommt. Und das geht so.
Ich will von Bad Cannstatt zum Hauptbahnhof mit der S-Bahn. Am DB-Ticket-Automaten drücke ich VVS. Im VVS-Menü muss ich mein Ziel oder die Art des Tickets wählen.
Sehr benutzerfreundlich wird mir Hauptbahnhof-City direkt als Auswahl-Taste angeboten. Ich wähle diese Option aus und stutze: 2 Zonen und ein Preis von 2,60 Euro.
Moment mal, ich weiß doch, dass der Weg unter die Kurzstrecke fällt. Alles zurück.
Ich klicke Kurzstrecke an und siehe da, neben zwei anderen Haltestellen ein Treffer bei Hauptbahnhof. Ein weiterer Klick, der Tarif heißt nun Kurzstrecke und der Preis liegt nur noch bei 1,20 Euro.

Fakt ist also: Wer sich mit den Tarifen nicht auskennt, zahlt mehr als den doppelten Preis. Und das gleiche Spiel beim Rückweg nochmal. Nur dass ein Fremder am Hauptbahnhof wohl in den VVS-Zielen nach Bad Cannstatt sucht und so zu seinem 2-Zonen-Ticket kommt. Laut Zonenplan liegen Hauptbahnhof und Bad Cannstatt tatsächlich in zwei verschiedenen Zonen (10 und 20), trotzdem gilt der Streckenabschnitt als Kurzstrecke. Einen entsprechenden Hinweis oder gar eine Weiterleitung zum viel günstigeren Ticket sucht der Kunde leider vergeblich.

Seifen Lenz

Mein neuer  Lieblingsladen für alles aus dem Haushalt in Stuttgart Mitte. Genauer gesagt in der Esslinger Straße 24.

Was findest Du bei Seifen Lenz? Kerzen, Farben, Seifen, Rasierklingen, Bürsten, Dünger, Insektengift und und und. Der Laden ist aus mehreren Gründen der absolute Hammer:

  1. Mehr Ware pro Quadratdezimeter ist nicht mehr möglich!
  2. Die “Oma” im Laden weiß dann auch noch milimetergenau wo sich was befindet. Die Amazon-Logistiker würden in die Knie gehen vor Ehrfurcht.
  3. Die “Oma” weiß auch noch wofür das Zeug gut ist.

Ich habe einen Pinsel gesucht um Sohlenöl auf die Sohlen meiner neuen Lederschuhe aufzutragen und ich wurde grandios beraten. Jetzt besitze ich

  • einen Pinsel für das Sohlen-Öl (wunderbares Wort),
  • einen Roßhaarpinsel für Deckleder
  • die passende Schuhcreme oder Schuhwixxe (noch so ein wunderbares Wort, das ich da gelernt habe) und
  • die komplette Speick-Herren-Collection als Pröbchen.

Das könnte ich natürlich auch alles bei Obi, Müller oder sonstwem bekommen. Aber was ich bei den Ketten nicht bekomme ist das verdammt gute Gefühl, dass sich dort jemand auf mich als Kunden gefreut hat. Dass sich jemand freut, einem geholfen zu haben. Und genau darum fahre ich wieder von Weinstadt nach Stuttgart, um mir bei Seifen Lenz Haushaltskleinkram zu kaufen.

Psycho-Vogel…

Wecker Okko von habitat

so habe ich meinen neuen Wecker getauft. Und seht ihn euch an. Auf den ersten Blick wirkt er eher spacig mit den Visier-Augen, dem 70er Jahre Orange-Rot und der Digitaluhr. Aber wenn er mit dem Weckprogramm loslegt, ist nicht mehr an Schlaf zu denken.
Die Lautstärke des blechernen Psycho-Gezwitschers kann man nicht reduzieren. Er gibt 10 Minuten Ruhe, wenn man draufrückt. Ausschalten geht nur auf der Rückseite. Irgendwie mag ich ihn. Sein Job ist es, mich zu wecken – was wahrlich nicht einfach ist bei meinem komatösen Schlaf. Und diesen Job macht der Psycho-Vogel wirklich gut. Von behutsam war ja nie die Rede.