Vom Ende eines Klohäuschens

In heldenhafter Pose, wie einst Utrecht der Zerstörer

Einst erschaffen für die stillen oder weniger stillen Angelegenheiten der Lehrerinnen Kolleginnen, wurde es in den folgenden Jahren zur Heimstatt von Rötelmäusen, Siebenschläfern und Handteller großen, schwarzen, behaarten Spinnen. Nun fiel es dem Hammer und dem Brecheisen zum Opfer.

“Der Wind
bewegt
die
Scheiß-
haus-
tür

Darin
sitzt
ein
Mann
und
schreit
Papier.”

Ein Sommertag im Garten

Panorama von den Finsteren Kehlen

Verena, Freya und ich sind vor der Hitze im Weinbaugebiet geflohen in die schattige Kühle der Finsteren Kehle. Gartenlivestyle mit Baby. Ok, der Gartenlivestyle ist noch etwas sehr ursprünglich, da der Garten eher für Fortgeschrittene Outdoorexperten ist.

Unser Plan mit dem späten Mähen, um für Insekten ein Paradies zu schaffen geht dieses Jahr voll auf. Es wuselt und flattert an allen Ecken und Enden. Ok, das Mähen demnächst wird kein Spaß- Umso größer jedoch die Freude den ganzen Tierchen zusehen zu können.

 

Ein Baum voller Mirabellen

Da steht so ein halb verdorrter Baum im Garten. In den letzten drei Jahren hat er nicht geblüht und nicht getragen. Ich habe ihm einen Verjüngungsschnitt verpasst und da fiel mir schon auf, dass fast jeder Ast morsch ist. Eigentlich wollt eich ihn schon fällen aber Verena findet ihn hübsch. So bliebe die Kettensäge still.

Jetzt kamen wir aus dem Urlaub zurück und der Baum hängt voller Mirabellen. Über und über voll mit vollreifen Mirabellen. Gut, sie haben fast alle Platten und sehen nicht aus wie im Obstregal. Aber dafür saftig, fruchtig und süß.

Wir sind zu zweit einmal um den Baum gelaufen und hatten die ersten 5kg geerntet. Die wurden direkt in Kompott und Kuchen weiterverarbeitet.

Schauen wir mal, was er nächstes Jahr so trägt. Der alte Baum

Das Ende der Gartenhütte

Ein langes Wochenende im Mai. Was könnte man damit anfangen? Entspannen am See? Ein Städtetrip nach Hamburg? Eine Radtour durch den Westerwald?
Ja, wäre alles möglich.  Wir haben ein Familentreffen gestartet, um der Gartenhütte in den Finteren Kehlen den Todesstoß zu verpassen.

Verena und ich kundschafteten schon am Donnerstag die Lage aus und wie die Pioniere bereiteten wir den Weg für den Stoßtrupp vor.

 

Zusammen mit unseren Eltern und dem Recken Georg zogen wir am Freitag aus. Ziel Nummer 1: Das marode Dach. Dann ran ans Gebälk.

Am Ende des Tages war der Gegner schwer gezeichnet von unserem Wirken. Kein Dach mehr. Kein Gebälk mehr. Keine Fenster. Nur noch ein Gerippe war übrig von der einst stolzen Hütte. Wasser, Schnee und die Zeit hatten sie waidwund gemacht, wir waren angetreten, ihr den letzten Stoß zu versetzen.

Nun, auch wir hatten Verluste zu beklagen. Georg war in einen Nagel getreten. Der Muskelkater suchte uns alle heim. Angeschlagen traten wir der Hütte am Samstag entgegen.

Unsere Väter kümmerten sich um den Abtransport der ersten Fuhren Holz und Sperrmüll. Derweil entfachten Verena und ich ein Höllenfeuer, dem wir die trockenen Überreste der Hütte anheim gaben.

Die Mauern müssen fallen. Ein einem epischen Zweikampf schwang ich die 10-Kg-Schlage gegen das robuste Fachwerk der Hütte. Krachende Schläge donnerten gegen die Wände, als sei Helm Hammerhand in meinen Arm gefahren. Dem konnte die Hütte nichts entgegensetzen und sie gab nach.

Nun steht nur noch ein Gerippe als Zeuge.
Und auch das wird fallen. Wird Platz machen für neuen Raum. Für eine neue Vision (die einen mordsmäßig großen Grill beinhaltet).

Wilde Tulpen und Frühling im Garten

Wilde Tulpe

Der Frühling hat nun wirklich in den Finsteren Kehlen Einzug gehalten. Und die ersten Veränderungen durch unsere ganze Arbeit in den letzten Monaten zeigen sich. Wo im letzten Jahr nur Moos wuchs, sprießt jetzt Gras und es tauchen immer mehr Blumen auf. Buschwindröschen, Tulpen, Schlüsselblumen und als absolutes Highlight Wilde Tulpen.

Hochbetrieb am Insektenhotel

Viel Betrieb am Insektenhotel

Nachdem rechtzeitig zu Ostern das Insektenhotel errichten worden war, ist es nun an der Zeit für eine Zwischenbilanz.

Mag sein, dass die Tourismusbranche in Gerlingen nicht gerade am blühen ist. Das Insektenhotel in den Finsteren Kehlen kann sich über mangelnden Zuspruch nicht beschweren. Es ist die Hölle los. Wildbienen haben die Hölzchen für sich entdeckt und bauen da fleißig ihre Nester rein.

Allerdings gibt es auch ungebetene Gäste. 5 verschiedene Spechte haben wir gestern gezählt. Die freuen sich natürlich auch über so toll präsentiertes Futter. Da werde ich wohl bauliche Gegenmaßnahmen treffen müssen.

Das Insektenhotel

Insektenhotels sind in den letzten Jahren ähnlich beliebt geworden wie Maultauschen in Schwaben. Man sieht sie in allen Ausführungen – meist jedoch zierliche, klapprige Sperrholz-Dinger.

Als mein Vater letztes Jahr zum ersten Mal bei uns im Garten war, kam er direkt auf die Idee, dass hier ein Insektenhotel hingehört. Nun als leiderschaftlicher Schmetterling- und Käfer-Knipser hatte ich nichts dagegen. Gut 10 Monate lang erzählte mir mein Vater bei jedem zweiten Telefonat den Baufortschritt seines Insektenhotels. Ich nahm das alles nicht so ernst. Bis meine Mutter recht entnervt anrief und mir mitteilte, das Auto sei voll und sie könnten meinen Patensohn nicht über Ostern mitbringen. Schließlich sei im Kofferraum ja das Insektenhotel und das nötige Baumaterial, um es aufzustellen. Dazu solle ich noch einen Sack Zement kaufen.

Errichten.
Ja, Du ließt richtig: Errichten und explizit nicht aufstellen.
Errichten des Insektenhotels in der Finsteren Kehle.

Am Ostersamstag stieg dann das Spektakel. Mit am Start mein Vater und mein Schwiegervater, zwei Autos voller Ausrüstung und kein Bier.
Ich will jetzt nicht alle Arbeitsschritte ausführlich beschreiben. Natürlich reichte ein Sack Zement für ein ordentliches Fundament nicht aus. Daher haben wir einfach vier Gehwegplatten zerdeppert und einbetoniert. Natürlich sind wir noch nicht ganz fertig – Das Adlon in Berlin haben die ja auch nicht an einem Tag aufgestellt und das Motel one in Bad Cannstatt erst recht nicht. Aber es steht und die ersten Viecher können einziehen. Was sich da tut werde ich übers Jahr hinweg berichten.

 

DIES Gartenhütte. DIES illa.

Tage der Gartenhütte

Und dann ging der Spaß weiter: Raus mit dem Zeugs. Raus mit der Verkleidung. Raus mit der Glaswolle.

Das mit dem “raus mit” habe ich ein wenig übertrieben. Zusammen mit meinem Brecheisen wütete ich in der Hütte. Die wilde Hatz nahm ein drastisches Ende als Samstags kurz nach 4 ein Teil des Zwischengebälks recht rasant nach unten kam.

Am Ende waren es 360kg Glaswolle und eine gute Tonne Holzmaterial, was wir zu viert ausgebaut, hochgeschleppt und entsorgt hatten.

Als wäre der Himmel zornig auf uns gewesen, schickte er uns einen Gewittersturm entgegen. Nichts konnte uns aufhalten. Die Renovierung geht weiter.

Gartentiere

Nach der großen Wüstenei ist Leben zurückgekehrt in den Garten. Fuchs und Blaumeise weigerten sich bislang, vor die Linse zu treten. Dafür standen diese kleinen, possierlichen Tierchen Model.