Das Ende der Gartenhütte

Ein langes Wochenende im Mai. Was könnte man damit anfangen? Entspannen am See? Ein Städtetrip nach Hamburg? Eine Radtour durch den Westerwald?
Ja, wäre alles möglich.  Wir haben ein Familentreffen gestartet, um der Gartenhütte in den Finteren Kehlen den Todesstoß zu verpassen.

Verena und ich kundschafteten schon am Donnerstag die Lage aus und wie die Pioniere bereiteten wir den Weg für den Stoßtrupp vor.

 

Zusammen mit unseren Eltern und dem Recken Georg zogen wir am Freitag aus. Ziel Nummer 1: Das marode Dach. Dann ran ans Gebälk.

Am Ende des Tages war der Gegner schwer gezeichnet von unserem Wirken. Kein Dach mehr. Kein Gebälk mehr. Keine Fenster. Nur noch ein Gerippe war übrig von der einst stolzen Hütte. Wasser, Schnee und die Zeit hatten sie waidwund gemacht, wir waren angetreten, ihr den letzten Stoß zu versetzen.

Nun, auch wir hatten Verluste zu beklagen. Georg war in einen Nagel getreten. Der Muskelkater suchte uns alle heim. Angeschlagen traten wir der Hütte am Samstag entgegen.

Unsere Väter kümmerten sich um den Abtransport der ersten Fuhren Holz und Sperrmüll. Derweil entfachten Verena und ich ein Höllenfeuer, dem wir die trockenen Überreste der Hütte anheim gaben.

Die Mauern müssen fallen. Ein einem epischen Zweikampf schwang ich die 10-Kg-Schlage gegen das robuste Fachwerk der Hütte. Krachende Schläge donnerten gegen die Wände, als sei Helm Hammerhand in meinen Arm gefahren. Dem konnte die Hütte nichts entgegensetzen und sie gab nach.

Nun steht nur noch ein Gerippe als Zeuge.
Und auch das wird fallen. Wird Platz machen für neuen Raum. Für eine neue Vision (die einen mordsmäßig großen Grill beinhaltet).