Das Insektenhotel

Insektenhotels sind in den letzten Jahren ähnlich beliebt geworden wie Maultauschen in Schwaben. Man sieht sie in allen Ausführungen – meist jedoch zierliche, klapprige Sperrholz-Dinger.

Als mein Vater letztes Jahr zum ersten Mal bei uns im Garten war, kam er direkt auf die Idee, dass hier ein Insektenhotel hingehört. Nun als leiderschaftlicher Schmetterling- und Käfer-Knipser hatte ich nichts dagegen. Gut 10 Monate lang erzählte mir mein Vater bei jedem zweiten Telefonat den Baufortschritt seines Insektenhotels. Ich nahm das alles nicht so ernst. Bis meine Mutter recht entnervt anrief und mir mitteilte, das Auto sei voll und sie könnten meinen Patensohn nicht über Ostern mitbringen. Schließlich sei im Kofferraum ja das Insektenhotel und das nötige Baumaterial, um es aufzustellen. Dazu solle ich noch einen Sack Zement kaufen.

Errichten.
Ja, Du ließt richtig: Errichten und explizit nicht aufstellen.
Errichten des Insektenhotels in der Finsteren Kehle.

Am Ostersamstag stieg dann das Spektakel. Mit am Start mein Vater und mein Schwiegervater, zwei Autos voller Ausrüstung und kein Bier.
Ich will jetzt nicht alle Arbeitsschritte ausführlich beschreiben. Natürlich reichte ein Sack Zement für ein ordentliches Fundament nicht aus. Daher haben wir einfach vier Gehwegplatten zerdeppert und einbetoniert. Natürlich sind wir noch nicht ganz fertig – Das Adlon in Berlin haben die ja auch nicht an einem Tag aufgestellt und das Motel one in Bad Cannstatt erst recht nicht. Aber es steht und die ersten Viecher können einziehen. Was sich da tut werde ich übers Jahr hinweg berichten.