Fahrgast verschaukeln oder wie beim VVS aus einer Kurzstrecke ein 2-Zonen-Ticket wird

In Bad Cannstatt habe ich gestern entdeckt, wie die Bahn bzw. der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) ganz easy
eine Fahrpreiserhöhung um 216 Prozent hinbekommt. Und das geht so.
Ich will von Bad Cannstatt zum Hauptbahnhof mit der S-Bahn. Am DB-Ticket-Automaten drücke ich VVS. Im VVS-Menü muss ich mein Ziel oder die Art des Tickets wählen.
Sehr benutzerfreundlich wird mir Hauptbahnhof-City direkt als Auswahl-Taste angeboten. Ich wähle diese Option aus und stutze: 2 Zonen und ein Preis von 2,60 Euro.
Moment mal, ich weiß doch, dass der Weg unter die Kurzstrecke fällt. Alles zurück.
Ich klicke Kurzstrecke an und siehe da, neben zwei anderen Haltestellen ein Treffer bei Hauptbahnhof. Ein weiterer Klick, der Tarif heißt nun Kurzstrecke und der Preis liegt nur noch bei 1,20 Euro.

Fakt ist also: Wer sich mit den Tarifen nicht auskennt, zahlt mehr als den doppelten Preis. Und das gleiche Spiel beim Rückweg nochmal. Nur dass ein Fremder am Hauptbahnhof wohl in den VVS-Zielen nach Bad Cannstatt sucht und so zu seinem 2-Zonen-Ticket kommt. Laut Zonenplan liegen Hauptbahnhof und Bad Cannstatt tatsächlich in zwei verschiedenen Zonen (10 und 20), trotzdem gilt der Streckenabschnitt als Kurzstrecke. Einen entsprechenden Hinweis oder gar eine Weiterleitung zum viel günstigeren Ticket sucht der Kunde leider vergeblich.