Red Dawn – (k)ein Männerfilm

Es war mal wieder Zeit für Männerkino. Die Damen in irgendeinem Film über eine Köchin. Wir in Red Dawn.

Was erwartet man von einem guten Männerfilm?

  • Ordentliches Geballere,
  • mindestens eine Verfolgungsjagd,
  • eine hübsche Darstellerin und
  • reden auf das Mindestmaß beschränkt.

Handlung, Anspruch, Originalität etc. sind nicht ganz oben auf der Prioritätsleiter.

Und dann kam Red Dawn. Ein Remake des Originals von 1984.

Ok, Logik und Sinnhaftigkeit stehen ja nicht weit oben, ein klein wenig davon wäre aber echt nett gewesen. Warum die Nordkoreaner nun plötzlich an der amerikanischen Westküste auf Höhe von Seattle per Fallschirm einfallen bleibt ungeklärt. Der Vorspann will uns glauben machen, die Griechen seien daran schuld. Nun gut.
Dann schalten eben diese Nordkoreaner die komplette Kommunikation der Amis aus. Bis auf ein Handy. Just natürlich das eines der Protagonisten. Klar!

1. Schusswechsel

Geballert wird recht ordentlich. Wie es in einem guten Männerfilm sein soll, können die Helden rückwärts im Rennen mit drei Schuss mindestens 5 Gegner auf 180 Meter niederstrecken.

2. Verfolgungsjagd

Absolut unterdurchschnittlich. Muss man kein weiteres Wort verlieren

3. Hübsche Darstellerin

Geht in Ordnung

4. Wenig bis gar nicht reden

Hier kommt die Hauptkritik an diesem Streifen. Die reden dauernd. Ein emotionales Gelabere nach dem anderen. Nicht auszuhalten. Da werden Vergangenheiten bewältigt, Traumata besprochen, Pläne geschmiedet, gesülzt, gesalbadert ohne Ende. Was soll das denn?

Red Dawn – Wozu der ganze Spaß?

Waffenverherrlichung, Waffenbesitz, Patriotismus, Armeegeilheit. Bezahlt wurde der Film höchstwahrscheinlich halbe-halbe vom Militär und der Waffenlobby. Ich möchte spekulieren, dass in der US-Fassung vor dem Abspann noch die Telefonnummer kommt unter der man sich direkt freiwillig für 80 Jahre verpflichten kann und danach die Adressen der örtlichen Waffenhändler.

Was ziehe ich mir aus dem Film? Nun, ich habe schon mal damit angefangen, mir einen Stollen in den Weinberg nebenan zu graben. Dort werde ich einige Dosen Bohnen und ein Taschenmesser deponieren. Sollten dann Nordkoreaner, Griechen oder gar Zombies eine Fallschirminvasion starten, kann ich mir helfen.

Ob ich mir den Film noch einmal anschaue? Nein.

 

(Bildquelle: http://www.tumblr.com/tagged/red%20dawn%202012)